Ein echter Rapper
Er ist schon ein harter Bursche, der Rapper 50 Cent. Curtis James Jackson erfüllt wirklich alle Kriterien eines krediblen Gangster Rappers: Drogendealer mit 12, Schussverletzungen, Knast, alles da für eine ordentliche Biografie in dieser Szene. Nur wer von unten kommt, kann für die da unten singen…ähm…rappen. Heute ist er einer der reichsten Musiker der Welt und längst auch im Mainstream angekommen. Denn er hat alle Freiheiten der Welt mit seinem dicken Bankkonto.
Zu pornographisch fürs Radio
Und so holt er sich 2007 für seinen neuen Song nur die Besten ins Studio: Popstar Justin Timberlake und Timbaland als Produzent. Mit Justin hat er viel Spaß, als sie ihrer männlichen Phantasie freien Lauf lassen und genüsslich beschreiben, wie sie ein Mädchen in einem Club heiß machen könnte. Es ist fast Pornografie, was die beiden unterschiedlichen Jungs da zu Papier bringen, also nennt 50 Cent den Titel auch genau so: „Ayo Pornography“. Die einfache Message: vergiss einsame, virtuelle Computer-Liebe, nur richtiger Sex macht Spaß. Mag ja sein, aber ein Song mit diesem Titel wird kein Popsender jemals spielen, unkt die Plattenfirma. Zähneknirschend ändert Curtis den Titel in „Ayo Technology“, der Titel chartet auch in Deutschland auf Platz 3.
Milow entschärft Porno-Rapp
Szenenwechsel. Für ein Benefiz-Konzert der Organspenderaktion „Music For Life“ sucht der unbekannte belgische Singer/Songwriter Milow einen Song, den er ohne viel Aufwand nur mit seiner Gitarre singen kann. Aus den Hitparaden kennt er 50 Cents Hit, er speckt ihn ab, singt den Song nur mit seiner akustischen Gitarre. Der Text ist zwar genauso anzüglich und hat eigentlich nichts mit dem Aufruf zur Organspende zu tun, aber danach stehen bei dem übertragenden Radiosender die Telefone nicht mehr still. Alle wollen Milows Version immer wieder hören.
Autorin: Bettina Exner