Verkanntes Genie
Bruce Springsteen ist ziemlich angefressen auf seine Landsleute. Da komponiert er sich die Seele aus dem Leib, bleibt dem Mann auf der Straße eng verbunden und trotzdem kriegt er keinen Nummer 1 Hit zustande. Da nützt es wenig, dass sein künftiger Manager Jon Landau orakelt, er habe die Zukunft des Rock’n’Roll gesehen und die hieße Bruce Springsteen.
Oder die Plattenfirma schwärmt, dass dieser Mann mehr Gedanken, mehr Ideen und mehr Visionen in einen einzigen Song legt, als die meisten Musiker in ein ganzes Album. Trotz all der Vorschußlorbeeren floppt Bruce’s erste Single, keiner will sie hören, keiner will sie haben.
Harte Schule für einen späteren Superstar
Acht lange Jahre ist Springsteen durch Bars getingelt, es war eine harte Schule, vor Menschen zu spielen, die ihm nicht zuhören. Kris Kristofferson und James Taylor schwärmen öffentlich von seinen Qualitäten als Songschreiber, aber der Mann auf der Straße kauft die Platte einfach nicht. Frustriert gibt der Musikverlag die Rechte an dem Song für einen Südafrikaner frei.
Keyboarder Manfred Lubowitz, besser bekannt als Manfred Mann, hat schon in den Sechzigern die Hitparaden mit dem Bob Dylan Song über einen Eskimo die Hitparaden aufgemischt.
Erfolg mit Bruce Springsteen-Song
Für seine Earthband braucht er nun ständig Nachschub an guten Liedern, denn er selbst ist kein guter Songschreiber. Besonders scharf ist er auf Songs des unbekannten Bruce Springsteen, er hat schon mal einen Song von Bruce gecovert: Nun will er „Blinded By The Light“ haben und er bekommt das Lied. Aus dem intimen, folkigen Song von Bruce Springsteen wird unter Manfred Mann ein opulenter Rocksong.
Das mögen die Leute, das kaufen sie. Bruce Springsteen hasst die Version inbrünstig! Am 19. Februar 1977 ist „Blinded By The Light“ Platz 1 der Billboard Charts und Bruce Springsteen erholt sich nur langsam von der Tatsache, dass er zwar der Urheber eines Nr. 1 Hits ist, aber nicht der Interpret.
Autorin: Bettina Exner