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Mi, 23.05.2012 | 16:51 Uhr | Jetzt läuft: Robbie Williams & Gary Barlow - Shame

Popgeschichten

Kim Wilde. Foto: amazon

Kim Wilde - Kids In America

Warum die kleine Schwester ihren großen Bruder ruhig mal Krach machen lassen sollte, wenn sie einen Welthit haben möchte.

Wie die Eltern so die Tochter
Es bleibt alles in der Familie bei den Wildes. Warum sollten sie auch andere bemühen, die Eltern von Kim Wilde haben schließlich selbst Karriere im Musikbiz gemacht. Mama Joyce war in den Fünfzigern eine der „Vernon Girls“ an der Seite ihrer Freundin Vicki Brown, Mutter von Sängerin Sam Brown. Vater Marty, ein Rock’n’ Roll Star in den Sechzigern, ist noch heute auf den Bühnen aktiv. Bruder Ricky hat schon mit 11 seinen ersten Platenvertrag in der Tasche.

Eine Nr.1-Hit aus dem Kinderzimmer
Eines Nachts wird Kim von seltsamen Tönen geweckt. Sie steht auf und folgt dem Lärm. In seinem Zimmer arbeitet Bruder Ricky wie besessen an einer Tonfolge, die er auf seinem Keyboard ständig wiederholt. Die verschlafene Kim ist genervt, er aber ist fest davon überzeugt, gerade einen Welthit geschrieben zu haben. Zu dieser Zeit ist die blonde Kim oft mit ihrem Vater im Tonstudio, hilft aus als Backgroundsängerin. Dort entdeckt sie 1980 der mächtige Produzent Mickie Most.

Shoppen mit gutem Gewissen
Da Bruder Ricky zufällig einen Welthit am Start hat, zu dem Papa Marty übrigens den Text geschrieben hat, steht einem Plattenvertrag mit Mickies Plattenfirma (RAK) nichts mehr im Weg. Kims Mutter Joyce übernimmt das Management, Schwester Roxanne singt im Chor. Für das Styling sorgt die schöne Kim selbst. Obwohl es der Familie finanziell gut geht, sie in einer Villa in Hertfordshire nördlich von London residieren, kauft Kim ihre schwarzen Sakkos und die Ringelshirts bei Oxfam, einer bekannten Second Hand-Kette mit humanistischem Hintergrund.

Modisches Vorbild für eine ganze Generation
Zusammen mit ihrer blonden Vokuhila-Mähne - also vorne kurz, hinten lang - verändert Kim im Frühjahr 1981 das Straßenbild. Alle jungen Mädchen laufen plötzlich so rum, Second Hand Läden erleben einen Boom. „Kids In America“ erobert ganz Europa, sogar die Amerikaner lassen sich ihr Land von einer Engländerin erklären. Auch Deutschland ist verrückt nach der „Brigitte Bardot der Rockmusik“: sie bekommt vier Bravo-Ottos in Folge und sie ist bis heute, 28 Jahre nach ihren ersten Hit, beliebter Gast in den Oldieshows der Fernsehsender.

Zurück auf die Showbühne
Plötzlich stehen die Plattenfirmen wieder Schlange bei Kim Wilde, auch sie selbst hat Blut geleckt, denkt über ein Comeback nach. Und so wird aus der leidenschaftlichen Mutter und Landschaftsgärtnerin wieder ein Teilzeit-Popstar, Freundin Nena sei Dank! Und wenn sie nicht gerade ihre Kids zur Schule bringt, im Garten buddelt oder Bücher über Pflanzen schreibt, dann steht sie auch wieder auf den großen Bühnen!

Übrigens: Die Pop-Familie tauft Kims Schwester nach dem Song von Police auf den Namen Roxanne.
Marty Wilde schrieb übrigens für Lulu den Hit „I’m A Tiger“ und für Status Quo „Ice In The Sun“

Autorin: Bettina Exner

Stand vom 13.8.2011

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