Ein Song für Kalifonien muß her
Am 7. März 2010 ist Katy Perry mit ihrem Manager und dem Produzenten ihres neuen Albums auf der Oscar-After-Show-Party in LA. Als Jay-Z’s Song „Empire State Of Mind“ aufgelegt wird, wird es plötzlich sehr laut auf der Tanzfläche. Die Hommage an New York, Jay-Z’s Heimatstadt, lässt die New Yorker unter den Partygästen förmlich ausrasten. Sie heben ihre Gläser, stolz und ausgelassen feiern sie IHREN „Big Apple“.
Fasziniert beobachtet die Kalifornierin aus Santa Barbara den fröhlichen New York-Patriotismus. Irgendwie findet Katy es nicht richtig, dass es kein ein aktuelles Lied gibt, das Kalifornien feiert? Eine Hommage an die Sonne, an die Strände, umsäumt von im Wind wehenden Palmen? Von den braungebrannten Mädchen und den blonden Surfern? Die „California Girls“ der Beach Boys sind längst in Rente und haben schon 45 Jahre auf den Vinylrillen.
Rapper gesucht
Auf dem Nachhauseweg redet sie auf ihre Plattenfirma ein. Ihr neues Album „Teenage Dream“ ist zwar schon auf dem Weg ins Presswerk, aber Katy will unbedingt noch ein Lied schreiben. Ein Lied über ihre Heimat Kalifornien. Jeder, der es hört, soll sofort den Wunsch haben, sich ein Flugticket in ihre Heimat zu buchen. Sofort wird am nächsten Morgen ein Studio gebucht. In wenigen Stunden ist ihre musikalische Retourkutsche an Jay-Z. fertig. Fast fertig. Damit der Song nicht allzu süßlich wird, nach einem Rapper aus Kalifornien gefahndet und in Rapp-Legende Snoop Dogg aus Long Beach gefunden.
Manager-Bitte wird prompt erfüllt
Katys Manager hat noch eine Bitte. Er möchte sein gerade unerwartet an Herzinfarkt gestorbenes Idol Alex Chilton ehren. Der hatte als 16-Jähriger seinen ersten Hit „The Letter“ mit den Box Tops. Später als Frontmann der Band Big Star hatten sie einen kleineren Hit mit einem Song, in dem Septembermädchen besungen werden, allerdings wurden die Girls mit „u“ statt mit „i“ geschrieben. Das findet Katy Perry sogar sehr originell, schreibt die „California Gurls“ auch mit einem „u“. Auch im Video gibt es Wortspielereien. Inspiriert von „Alice im Wunderland“ heißt es dort statt „California“ nun „Candyfornia“.
Immer diese Anwälte!
Als der Musikverlag der Beach Boys die Zeile hört, drängen dessen Anwälte, Katy solle gefälligst Brian Wilson und Mike Love als Ko-Autoren nennen, damit diese auch ihre rechtmäßigen Tantiemen bekämen. Brian Wilson will das Geld jedoch gar nicht haben. Er findet den Song gut und freut sich, dass Katy in ihrer „Fremdenverkehrshymne“ an die Beach Boys erinnert.
Autorin: Bettina Exner