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Mi, 23.05.2012 | 16:44 Uhr | Jetzt läuft: Garland Jeffreys - Matador

Popgeschichten

Pattenvover von Kansas. Foto: promo

Kansas - Dust in the Wind

Wie der größte Hit von Kansas fast auf einer Cassette verschimmelt wäre.

Ein gefühlvoller Hartrocker
Kerry Livgren ist so stolz auf seine Heimat, dass er seine Band nach dem US-Bundesstaat Kansas nennt. Die Ureinwohner von Kansas jagten hier noch Mammuts. Schon früh ist Kerry auf Sinnsuche, er liest alles über Religionen. Eines Tages kriegt er ein Buch mit Poesie der Ureinwohner in die Hände, es verändert sein Leben.

Eigentlich hat sich seine Band dem Hardrock verschrieben, aber insgeheim hat Gitarrist Kerry eine Schwäche für Balladen. Und weil eine E-Gitarre für sanfte Töne wenig geeignet ist, lernt er heimlich zuhause, Akustik-Gitarre zu spielen. Inspiriert von dem Buch über die alten Weisheiten komponiert er ein leises Lied für seine Übungen. Eines Tages horcht Kerrys Ehefrau beim Wäscheaufhängen auf. Victoria gefällt sehr, was Kerry im Zimmer nebenan rauf und runter spielt.

Sie überredet ihren Mann, den Text fertig zu schreiben und auf dem nächsten Kansas-Album zu veröffentlichen, es sei ein sicherer Hit. Auf seinem alten Kassettenrekorder nimmt Kerry das Lied auf, schleppt es wochenlang unentschlossen mit sich rum, er glaubt nicht an einen Hit. Die Plattenfirma drängt die Band, einen adäquaten Nachfolger der letzten Single abzuliefern.

Das wird ein Hit!
Das neue Album ist eigentlich fertig, aber leider zu kurz. „Hast Du noch was in petto?“, fragen ihn die anderen. Schüchtern kramt Kerry Livgren sein altes Demoband aus der Tasche, legt es in den Rekorder. Es knackt, es rauscht, dann ertönt leise „Dust In The Wind“. Fassungslos schauen sich alle an, sie hören einen Hit, darin sind sie sich einig. Kerry winkt ab, trotzdem nehmen sie die Ballade auf. Nun zahlt sich aus, dass Kerry unermüdlich auf der Akustikgitarre geübt und auf seine Frau gehört hat, „Dust In The Wind“ wird der größte Hit für Kansas.

Übrigens: Nur zwei Jahre später hat Kerry Levren seine Sinnsuche beendet, zusammen mit dem Bassist Dave Hope konvertiert er zu den „Wiedergeborenen Christen“ und will nur noch christliche Songs wie „Dust In The Wind“ aufnehmen. Wütend verlässt Lead-Sänger und Keyboarder Steve Walsh daraufhin die Band. Erst Fünf Jahre später kehrt er zurück, nachdem die gläubigen Christen die Band verlassen haben.

Autorin: Bettina Exner

Stand vom 16.8.2011

zum Nachhören 

Audio 16.08.2011

Kansas - Dust in the Wind

Wie der größte Hit von Kansas fast af einer Cassette verschimmelt wäre.

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