Sehnsucht nach weißer Weihnacht
Im Dezember 1940 sitzt der amerikanische Komponist Irving Berlin gemütlich in der Sonne am Pool in Hollywood. Eigentlich könnte der New Yorker zufrieden und glücklich sein, denn obwohl er nicht eine einzige Note zu Papier bringen kann, ist er mit seinen Songs weltberühmt geworden. Was ihm in Kalifornien am Heiligabend sehnlichst fehlt, ist der Schnee. Und so schreibt er sich unter Palmen seinen Frust von der Seele, heraus kommt das bekannteste Weihnachtslied der Welt.
Der beste Song der Welt
Zurück in New York knallt er seiner Sekretärin triumphierend den Song auf den Schreibtisch: „Es ist nicht nur das beste Lied, das ich je geschrieben habe, sondern das überhaupt jemals geschrieben wurde“. Er sollte Recht behalten, aber zunächst wollte niemand etwas wissen von seinem Lied, es verschwand für 2 Jahre in der Schublade. Erst 1942 holt es Irving für seinen Musik-Film „Holiday Inn“ wieder hervor.
Gegen das Heimweh der GI´s im zweiten Weltkrieg
Hauptdarsteller Bing Crosby ist allerdings nicht überzeugt von dem Song, ebenso wenig wie die Kritiker nach der Premiere, sie verschweigen die „weiße Weihnacht“ beharrlich. Trotzdem setzt wenig später ein Run auf „White Christmas“ ein. Zum ersten Mal sind Weihnachten Millionen US-Soldaten im 2. Weltkrieg im Ausland und haben Heimweh. Als sie im Armee-Radio das Weihnachtslied hören, bitten sie die Familien in ihren Briefen, die Single an die Front zu schicken.
Das Pentagon kauft schließlich alle Bestände auf und steckt die Crosby-Platte in die Weihnachtspakete für die Soldaten. Am 21. November wird „White Christmas“ so die Nr. 1 der Charts und bewegt sich da 10 Wochen nicht mehr weg. Übrigens: die Hotelkette „Holiday-Inn“ hat ihren Namen von dem gleichnamigen Film von Irving Berlin geliehen!
Autorin: Bettina Exner