Verliebt in eine 25jährige Mini-Barbie
Meshulam Riklis staunt. Das kommt nicht oft vor im Leben des hartgesottenen Finanzjongleurs, der Milliarden verdient mit dem An- und Verkauf von so renommierten Firmen wie Samsonite oder Elisabeth Arden. Darüber, wie er seine Milliarden wieder los wird, hat der jüdische Geschäftsmann nie nachgedacht. Das ändert sich schlagartig 1973, als sich Riklis mit 54 Jahren in eine unbekannte Musicaldarstellerin verliebt. Die winzige Pia Zadora ist 25 Jahre alt und sieht aus wie eine Mini-Barbie-Puppe.
Mission Superstar
Von nun an liest er ihr jeden Wunsch von den Augen ab, sei er auch noch so kostspielig. Aber Pia ist bescheiden, sie hat nur einen Wunsch, sie will ein Superstar werden. Ob nun als Schauspielerin oder als Sängerin, das ist ihr ziemlich egal. Mr. Riklis legt daraufhin die Firmenleitung in die Hände seiner erwachsenen Tochter, von nun an heißt sein Mission: Pia-Superstar. Dafür macht er ein paar Millionen locker, um seine frisch angetraute Ehefrau als Sängerin und Schauspielerin zu beschäftigen.
Jury-Mainpulation beim Golden Globe
Sie bekommt eine eigene Show in Las Vegas, das Hotel gehört ihm. Er ruft seinen alten Kumpel Frank Sinatra an, prompt geht sein Baby mit „Ol’ Blue Eyes“ auf Tournee. Und als keine Produktionsgesellschaft einen Film mit Pia drehen mag, kauft er eine und finanziert den kompletten Film „Butterfly“ mit Stacy Keach und einer überwiegend halbnackten Pia in den Hauptrollen. Obwohl der „blonde Schmetterling“ gnadenlos floppt, managt Riklis hinter den Kulissen, dass seine Frau für den Golden Globe nominiert wird. Damit das auch klappt, verfrachtet er die Jury - bestehend aus 100 ausländischen Journalisten - in seinen Privatflieger für ein buntes Wochenende in seinem Hotel in Las Vegas.
Der Plan hat funktioniert
Als sie wieder in Los Angeles landen, sind sämtliche Plakatwände mit Pias Ganzkörperansicht zugepflastert. Der Masterplan geht auf, Pia bekommt ihren Golden Globe, aber gleichzeitig auch die „goldene Himbeere“ für die schlechteste Leistung des Jahres. Nun soll es mit der Musik weitergehen. Richten soll es der deutsche Produzent Jack White, der Riklis gerade mit dem Erfolg von Laura Branigan schwer beeindruckt hat.
Number One in Deutschland
Michael Jackson steht für die Aufnahme nicht zur Verfügung, da helfen auch all die Millionen von Rik nichts. Also wird der im Schatten von Michael stehende Bruder Jermaine bemüht. Endlich ist Pia ihrem Ziel etwas näher gekommen. Zwar floppt der Titel in England und Amerika, aber in Deutschland geht das Duett auf Platz 1. Pia Zadora bleibt ein finanzielles Verlustgeschäft für ihren Ehemann. Danach werden keine Hits mehr produziert, sondern Kinder.
Autorin: Bettina Exner