Arbeiten mit den Beatles
Nach dem zweiten Weltkrieg kommt Pilot Norman Smith wohlbehalten wieder nach England zurück. Vom Fliegen hat er endgültig die Nase voll, er tourt lieber als Jazzmusiker durch die Lande. Leben kann Norman davon nicht. Er beginnt eine Ausbildung bei EMI als Toningenieur. Hier in den Abbey Road Studios stellt er sich so gut an, dass man ihn bald auf die Beatles los lässt.
Spitzname von den Beatles
Die vier Pilzköpfe finden den Neuen jedoch gewöhnungsbedürftig. Norman ist rund 20 Jahre älter als sie und redet nicht viel mit den berühmten Musikern. Nichts kann den Toningenieur aus der Ruhe bringen. John Lennon nennt ihn bald nur noch „Normal“ Smith, weil er stets im Anzug im Studio erscheint. Bei annähernd 100 Songs der Beatles wirkt er als stiller Co-Produzent mit.
Er ist ein Fels in der Brandung im quirligen Studioalltag. So tauft ihn John ein zweites Mal um und nennt ihn ironisch liebevoll „Hurricane“. Obwohl ein Sturm so gar nichts mit seinem Naturell gemein hat, gefällt ihm der Name. Wenig später wird Hurricane Smith bei EMI zum Produzenten befördert. Da dieser Job bei den Beatles mit George Martin besetzt ist, vertraut man ihm die junge Band Pink Floyd an.
Raus aus dem Studio, Rauf auf die Bühne
Aber Mr. Normal hat längst selbst Blut geleckt. Im stillen Kämmerlein hat er eigene Songs komponiert. Als die Beatles auseinander brechen, ist es sein größer Wunsch, dass John Lennon einmal eines seiner Lieder singt. Tut er nicht, viel zu „mainstreamig“ für den Querdenker. Also muss „Hurricane“ selbst ans Mikro.
Das macht er so gut, dass er sogar in Amerika die Top Ten der Charts erklimmt. Als er Elton John’s „Crocodile Rock“ in den Cashbox Charts vom Thron schubst, hält „Hurricane“ stolz ein Glückwunschtelegramm von seinem Namensgeber John Lennon in den Händen.
Autorin: Bettina Exner