Reichlich Musikerfahrung
Verrückt sind die Amerikaner Thomas Calloway und Brian Burton nicht, als sie sich Anfang 2000 auf einer Tour kennen lernen. Vielmehr haben sie beide schon beachtliche musikalische Erfahrungen hinter sich. Als „Danger Mouse“ hat Brian bereits die Gorillaz produziert, Sänger Thomas mischte als Cee-Lo Green bei den Black Eyed Peas und den Berlinern Seeed.
Bandname gesucht
Thomas Calloway und Brian Burton verstehen sich so gut, dass sie spontan eine Band gründen. Sie haben viel Spaß bei der Namenssuche. Stundenlang albern sie herum, verulken den spröden Langzeitprinzen Charles als Prinz Gnarls – Prinz Knurrig und taufen den zu Lebzeiten oft unfreundlichen Bob Marley in Bob Gnarley um. Als sie noch auf den Basketballer Charles Barkley zu sprechen kommen, steht der Bandname fest: Gnarls Barkley.
Nun geht es ans Songschreiben. Kaum zu glauben, aber der Hip Hop Spezialist Danger Mouse liebt die alten Spaghetti-Western und an denen vor allem die Musik von Ennio Morricone. Aber dem großen Filmkomponisten stiehlt man nicht einfach ein Lied, also bedient er sich bei dem unbekannteren Zeitgenossen Gianfranco Reverberi aus dem Film „Django und die Bande der Gehenkten.
Wie wird man bloß berühmt
Stundenlang beraten die beiden, was sie wohl anstellen sollen, um sehr schnell sehr berühmt zu werden. „Die meisten großen Künstler sind irgendwie verrückt“, meint Brian, „oder sie tun zumindest so“, entgegnet Thomas. Vielleicht sollten sie sich möglichst spektakulär vor der Veröffentlichung umbringen, scherzen sie. Sie brüten noch einige absurde Ideen aus an diesem Abend, bevor sie sich verabschieden. Thomas setzt sich zuhause an seinen Schreibtisch und schreibt einen Text über ihre Unterhaltung.
Angst vor dem Erfolg
2005 fällt Zane Lowe ein Demoband in die Hände. Er weiß gar nicht, wie das auf seinem Schreibtisch gelandet ist. Und es ist ja nicht so, dass es dem Star-Radio-DJ der BBC an Platten für seine Show mangelt, aber nach dem ersten Hören von „Crazy“ ist er völlig verrückt nach der Nummer. Lowe unterlegt sogar seinen Fernseh-Werbespot mit dem Song. Bald ist die gesamte Musikwelt verrückt nach dem Song.
Zum ersten Mal geht in England ein Titel auf Platz 1 der Charts, ohne das es den Tonträger physisch gibt, lediglich als Download ist „Crazy“ zu haben. Wenig später kommt dann die Single in die Läden. Aber nach 9 Wochen an der Spitze können die Jungs ihren Song selbst nicht mehr hören, haben Angst, dass es den frischgebackenen Fans genauso geht. Kurzerhand stoppen sie die Veröffentlichung, bevor die Fans verrückt werden oder sich von Gnarls Barkley abwenden.
Autorin: Bettina Exner