You in the Army now!
Auf irgendeiner Bühne „muckt“ Jerry Fuller immer herum in seinem Heimatstädtchen Fort Worth. Mit einer Rockabilly-Version des „Tennessee Waltz“ rutscht er sogar in die Charts. Angestachelt durch diesen Überraschungserfolg schreibt er ein Lied für Sam Cook. Aber Ricky Nelson ist schneller, verkauft 6 Millionen von dem Song. Danach steht Jerry lieber wieder selbst im Rampenlicht, bevor ihn die Armee für 2 Jahre „kaltstellt“. Aber auch dort schreibt er pausenlos neue Lieder. Sehnsüchtig erinnert er sich abends in seiner kargen Stube an die Zeit, als er Sänger in verschiedenen Bands war.
Immer schön nach dem Alter fragen!
Die schönsten Mädchen lungerten sehnsüchtig am Bühnenrand, er musste nur eine auswählen. Aber das konnte auch ins Auge gehen, denn die aufgebrezelten Groupies sahen geschminkt wie 20 aus, waren aber oft gerade erst 14 Jahre alt. Jerry wäre selbst schon ein paar Mal auf sie reingefallen, aber er hat dann doch genauer nachgefragt. Er kennt Kollegen, die nicht gefragt und sich mächtig Ärger eingehandelt haben. Darüber schreibt er einen Song in der Kaserne. Dass man sich besser beherrschen sollte, weil die kleinen Lolitas ja noch Kinder sind, auf die ihre Mama zuhause wartet.
Endlich wieder zurück auf der Bühne
Nach 2 Jahren ist Jerry endlich wieder Zivilist, aber der Weg zurück auf die Bühne ist nicht mehr so leicht. Schließlich heuert die Plattenfirma Columbia die Hitnase als Songschreiber und Produzent an. Auf einer Bowlingbahn in San Diego stöbert Jerry Gary Puckett und seine Band auf. Gary ist in dem gleichen Nest wie Robert Zimmermann aufgewachsen. Aber dieser hat Hibbing in Minnesota längst als Bob Dylan verlassen, während Gary mit seiner Band, die er nach dem Städtchen Union Gap benannt hat, erfolglos durch die Dorfdiscos tingelt.
Trennung im Streit
Produzent Jerry steckt die Jungs in historische Ziviluniformen, produziert mit ihnen seinen in der Kaserne geschriebenen Song über die verführerischen jungen Dinger. Eine Weile spielen sie bereitwillig mit, denn mit jeder soften Ballade bringt sie Jerry Fuller in die Charts. Aber irgendwann ist Schluss. Jerry Fuller hat ein 40-köpfiges Orchester ins Studio für eine weitere Schnulze bestellt, da verweigern Gary Puckett And The Union Gap den Dienst. Sie wollen endlich eigene Songs singen. Jerry spricht nie wieder ein Wort mit seinen undankbaren Stars, von denen man danach auch nie wieder etwas hört.
Autorin: Bettina Exner