Ab in die Sonne!
Nein, das ist keine Fremdenverkehrswerbung von San Francisco, sondern der Beginn einer Liebeserklärung von Eric Burdon an die schöne Stadt am Pazifik. Vermutlich war der britische Musiker der erste Punk auf Erden, als er in den Sechziger für eine Weile nach Kalifornien zieht, der Gesundheit wegen.
Er ist Asthmatiker. Der ständige Regen in London verschlimmert seinen zustand so sehr, dass sein Arzt ihm rät, für eine Weile in den „Goldenen Staat“ zu ziehen. Nachdem ihm seine Musiker bei den Animals den Dienst quittiert haben, hält ihn eh nichts mehr in England.
Keine Lust aufs Warten
Es ist der eine schöne Nacht im August, als Eric Burdon abends an die Hintertür des Fillmore Music Clubs von Rockpromoter Bill Graham klopft. Eric will den wunderbar warmen Sommertag mit ein wenig Live-Musik ausklingen lassen, aber die Schlange draußen ist ihm zu lang.
Auf Droge mit Janis Joplin
Janis Joplin, mit einer Flasche Southern Comfort in der Hand, macht ihm auf. Burdon kennt sie nicht, aber er muss nicht lange erklären, was er hier zu suchen hat. Janis hat bereits von den Animals gehört. Jim Morrison von den Doors schlurft zum Kühlschrank und drückt Eric ein Budweiser in die Hand. Angeregt unterhalten sich die beiden, bis ihm Jim ein paar Pillen verabreicht.
Es ist das erste Mal, dass Eric Bekanntschaft mit halluzinogenen Drogen macht. Es ist der Beginn einer langen Freundschaft.. Bedröhnt verlassen sie die Garderobe, Janis Joplin hat ihren großen Auftritt. An der Bar hängen die Greatful Dead ab, die nach ihrem Auftritt in einem anderen Club ihren Feierabend ebenso zugenebelt genießen.
Eine magische Nacht
Fasziniert beobachtet Eric, wie sich Janis Joplin auf der Bühne völlig hemmungslos der Musik hingibt. Es ist eine magische Nacht, in der Eric beschließt, seine Animals mit neuen Musikern wieder zu beleben. Am nächsten Morgen hat er zwar einen mächtigen Brummschädel, aber die Idee für einen Song über diese magische Nacht in San Francisco.
Autorin: Bettina Exner