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Popgeschichten

Enya (c) dpa-bildfunk

Popgeschichten

Enya - Only Time

Wie die Irin Enya ohne ihr Wissen den Soundtrack zum 11. September liefert

Kein Glück in den Charts
Mit „Orinoco Flow“ ist Enya reich geworden, sie lebt feudal auf einem Schloss in Irland mit Blick auf das Meer. „Manderley“ tauft sie das ehrwürdige Gebäude, nach dem Haus von Maxim de Winter in Hitchcocks Drama „Rebecca“. Doch ihre neue Single „Only Time“ fristet ein trostloses Dasein in den hinteren Chartregionen. Eyna ist schüchtern, sie weigert sich hartnäckig, ihre Platte mit einer Tournee zu promoten.

Die Plattenfirma setzt alle Hebel in Bewegung, damit der Song wenigstens in einem Hollywoodstreifen unterkommt. Es glückt, in einer besonders bewegenden Liebesszene des Films „Sweet November“ mit Charlize Theron und Keanu Reaves darf Enya ihr „Only Time“ singen. Trotzdem kauft den Titel kaum jemand.

Musik, die Trost spendet
11. September 2001. Auf „Manderley“ erfährt Enya vom Terroranschlag auf die Twin Towers des World Trade Centers in New York. Wenig später klingelt beim Management das Telefon. Der amerikanische Nachrichtensender CNN fragt höflich an, ist, ob sie Enyas Song „Only Time“ für ihre Nachrichten benutzen dürfen. Sie dürfen, vielleicht kann der Song ein wenig Hoffnung geben, was jedoch angesichts von über 3000 Toten ein fast unmöglicher Wunsch ist. Der Sender KISS FM fragt nicht.

Neue Version
Sie nehmen den Song, unterlegen ihn mit Ausschnitten aus TV-Berichten über die Anschläge und spielen es pausenlos. Die ersten Menschen stürmen in die Plattenläden. Geschockt überlegt Enya, wie sie den New Yorkern helfen kann. Die Irin geht erneut ins Plattenstudio, nimmt eine neue Version des Songs auf und widmet diese den Opfern der Attentate.

Plattengewinne für Opfer de Anschlags
Am 8. November singt Enya den Song in Amerika in einer Sondersendung von Larry King, in der auch Präsident George Bush zu Gast ist und von Rache und Vergeltung für den schwärzesten Tag Amerikas spricht. Enya kann zumindest etwas Trost spenden, denn alle Erlöse von „Only Time“ sind für die Hinterbliebenen der tapferen Feuerwehrmänner, die bei dem Versuch, Menschenleben zu retten, selbst in den brennenden Türmen umgekommen sind.

Übrigens: Regisseur James Cameron bat Enya 1997, die Musik für den Film Titantic zu komponieren, Enya lehnte dankend ab.

Autorin: Bettina Exner

Stand vom 11.9.2011

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