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Mi, 23.05.2012 | 16:10 Uhr | Jetzt läuft: Bellamy Brothers - Let Your Love Flow

Popgeschichten

The Eagles. Foto: dpa-report

Foto: dpa-Report

Eagles - Hotel California

Wieso keiner gern im Hotel California übernachtet.

Echtes Hotel, fiktive Story
Wollten Sie nicht auch schon mal eine Übernachtung im legendären „Hotel California“ buchen? Zwar haben die Eagles den Eindruck erweckt, dass das möglich ist, indem sie auf ihrem Albumcover ein real existierendes Hotel in Kalifornien abgebildet haben. Nur heißt es ganz anders. Es ist das Beverly Hills Hotel in Beverly Hills. Und es finden auch keine Wallfahrten dorthin statt. Für die Eagles ist „Hotel California“ Fiktion. Sie erzählen die Geschichte eines Reisenden, der bei einem abgelegenen Hotel übernachten will. Die Bewohner sind zwar gastfreundlich, aber suchtabhängig. Lebendig kommt da keiner mehr raus.

Traurige Berühmtheit des Hotel California im Irak-Krieg
Die Ideale des „amerikanischen Traumes“ werden näher betrachtet zum Albtraum. Über diese Grundidee hinaus bildeten sich mystifizierende Interpretationen: Hotel California - Synonym für eine Hippie-Sekte oder gar Satanisten. Harmloser die Vermutung, das Hotel sei eine geschlossene Irrenanstalt. „Wir sind alle Gefangene unserer eigenen Vorstellung“, heißt es da. Im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg wurde bekannt, dass US-Soldaten Gefangene unregelmäßigen Licht-, Ton- und Temperaturreizen ausgesetzt haben. Diese Folterzellen wurden zynisch „Hotel California“ genannt. 

16 Millionen verkaufte Platten
Mit anderen Worten: Das „Bates Motel“ aus Alfred Hitchcocks „Psycho“ scheint eine freundlichere Herberge zu sein. Dabei schmeichelt sich das „Hotel California“ musikalisch mit seinem verhaltenen Reggaetouch so freundlich in die Hitlisten auf der ganzen Welt, damals 1977, verkauft es sich allein in den USA 16 Millionen mal, und gehört noch heute zu den besten in der Liste der „größten Alben aller Zeiten“.

Schräge Coverversionen
Es gibt unzählige Coverversionen, zu den skurrilsten gehören sicherlich eine deutsche Version von Jürgen Drews und die Flamenco-Version der Gipsy Kings aus dem Film „The Big Lebowski“. Der letzte Satz von „Hotel California“ könnte frei übersetzt auch der generellen Faszination der Songs der Eagles gelten: „You can checkout any time you like, but you can never leave!” Du kannst zwar jederzeit aussteigen, aber so ganz dich ihnen nie entziehen.

Autorin: Bettina Exner

Stand vom 8.12.2011

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