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Mo, 20.05.2013 | 08:59 Uhr | Jetzt läuft: Sade - Smooth Operator

Popgeschichten

E.L.O. - Don't Bring Me Down

Wie Jeff Lynne mit Türenschlagen und einem "Grüß Gott" für ELO sein größter Hit gelingt.

Hohes Niveau
Nur ganz wenige Aufnahmestudios genügen den Ansprüchen von Electric Light Orchestra-Chef Jeff Lynne. Bei Georgio Moroder in München wird er in den Siebzigern fündig. Der hatte das perfekte Tonstudio im Keller des Arabella-Hauses in München gebaut. Hier hat Jeff bereits einige Alben aufgenommen. In nur 30 Minuten komponierte er den ersten Welthit von Elo: Evil Woman

Musiker-Mekka München
In Deutschland ist das Studio hauptsächlich wegen des angesagten Disco-Sounds berühmt, hier legte sich Donna Summer im Kerzenschein auf den Fußboden und stöhnte ihren größten Hit. "Love To Love You"

Aber auch über den „Munic-Sound“ hinaus sind die technischen Gegebenheiten so perfekt, dass auch immer mal berühmte Rockbands vorbeischauen, um unter Tonmeister Reinhold Mack das Beste aus ihren Songs herauszuholen. Die Rolling Stones kommen gerne wieder, Freddie Mercury und Queen sind Dauergäste.

Sorgen im Weltraum
Anfang 1979 kehrt nun Jeff Lynne nach München zurück. Der Klangtüftler fühlt sich fast schon heimisch in München, besonders das herzliche „Grüß Gott“ findet er nett, obwohl er kaum ein Wort Deutsch versteht.

Im Hotelzimmer verfolgt er gespannt die Nachrichten von der unbemannten Raumstation Skylab 1, die seit sechs Jahren im Orbit kreist, nun ihre Umlaufbahn verlassen hat und abzustürzen droht.

Mit Hochdruck versucht die NASA, dieses möglichst auf dem Meer geschehen zu lassen. Ob ihnen das gelingt, steht zu dem Zeitpunkt, als Jeff seinen Song schreibt, noch in den Sternen.

Song für Skylab
Aber Jeff muss immer daran denken, als er „Don’t Bring Me Down“ komponiert. Er widmet den Song der im Orbit kreisenden Raumstation. Nach dem Refrain fehlt ihm noch ein Wort oder ein Geräusch, das deutsche „Gruß“ kommt wie gerufen. Der Toningenieur Mack ist erstaunt, ein deutsches Wort zu hören, als sie den Song aufnehmen. Grussssss taucht im Song auf.

Bruce oder was?
Später denken alle, Jeff besingt einen gewissen Bruce, auf Konzerten macht er sich oft den Spaß und singt Bruce, was ebenso sinnlos ist wie Gruß.

Und auch dem größten Perfektionisten unterläuft mal ein Fehler. Am Ende des Songs hört man plötzlich eine Tür zuschlagen, es ist die Brandtür des Musicland-Studios, die da zufällt.

Die eine stürzt ab, der andere geht steil nach oben
Skylab 1 hält sich natürlich nicht an Jeffs Bitte, nicht runterzukommen. Sie stürzt am 11. Juli 1979 über Australien ab. Die meisten Trümmer landen im Meer, bei Perth findet man jedoch auch Wrackteile. Menschen kommen zum Glück nicht zu schaden.

„Don’t Bring Me Down“ stürzt nicht ab, ganz im Gegenteil, der Song wird einer der größten Hits von Elo, trotz - oder gerade wegen - deutscher Vokabel und Türenschlagen. 

Das Studio schließt
Mitte der Achtziger baute die Stadt München zwei neue U-Bahnen, die zum Arabellapark führen. Die U 4 und U 5 donnerten direkt an den Kellerwänden des Studios vorbei, akustische Feinarbeit war nun nicht mehr möglich, das Studio musste schließen.

Stand vom 2.6.2012

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