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Mi, 23.05.2012 | 16:07 Uhr | Jetzt läuft: Madness - Our House

Popgeschichten

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Donovan - Hurdy Gurdy Man

Wie Donovan mit Hilfe von Beatles und Led Zeppelin „Hurdy Gurdy“ macht.

Mit den Beatles in Indien
Andächtig sitzt Donovan mit vier Beatles, einem Beach Boy und Mia Farrow im Kreis. In ihrer Mitte hockt Maharishi Maresh Yogi im Schneidersitz und meditiert. Es ist totenstill in seinem Bungalow in Rishikesh/Indien. Alle sind ruhig, nur John Lennon wird langsam zappelig. Dem schwarzhumorigen Beatle geht es viel zu ernst zu.

Er steht auf, tätschelt Maharishis Haupt und sagt mit salbungsvoller Stimme: „guter Guru“. Alles lacht, am lautesten der Guru selbst. Mit dem Meditieren ist es jetzt vorbei, Donovan geht hinaus. Der Schotte denkt an seinen Gitarrenlehrer. Dem verdankt er viel, auch, dass er Paul und John von den viel berühmteren Beatles gerade eine ganz spezielle Gitarrentechnik beibringen konnte.

Auf dem Dach mit George Harrison
Mac MacLeod spielt in der dänischen Band Hurdy Gurdy, ihm will Donovan einen Hit schenken als Dankeschön. Nachts sitzt Donovan auf dem Dach seines Bungalows. Es ist eine sternenklare Nacht, man hört Elefanten tröten, Pfauen und Affen sagen sich „Gute Nacht“. George Harrison klettert zu ihm auf das Dach, er möchte gerne auch einen Vers mit schreiben. Und er hat eine Tambura mitgebracht, ein Saiteninstrument, das für einen psychedelischen Sound sorgen soll.

Gitarrist gesucht
Erleuchtet mit dem fertigen Song und der geschenkten Tambura im Gepäck, reist Donovan wieder nach Hause. Er ist stolz auf seinen Song, schickt ihn sofort zu seinem Mentor nach Dänemark. Eigentlich wäre das auch etwas für Jimi Hendrix, denkt sich Donovan. Als sein Produzent von diesen Aktionen erfährt, geht der in die Luft. Was Mickie Most hört, ist ein sicherer Hit, und zwar für seinen Schützling und nicht für eine obskure, dänische Band oder für den neuen Gitarrengott.

Dann soll Jimi wenigstens die Gitarre spielen, mault Donovan. Aber leider ist der auf Tour in Amerika. John Paul Jones am Bass steht bereits fest, sein Freund Jimi Page ist der zweite Wunschkandidat. Aber auch der ist in Amerika mit den Yardbirds unterwegs, also fragt man Jeff Beck. Der ist nicht in Amerika, spielt das Gitarrensolo enthusiastisch im Studio ein.

Happy-End im Studio
Als Mickie Most die fertige Aufnahme hört, gefällt sie ihm gar nicht. Der stellvertretende Gitarrengott wird schnell wieder vom Band gelöscht, schließlich spielt ein Unbekannter namens Alan Parker zur Zufriedenheit aller. Bei den Aufnahmen zum gleichnamigen Album bekommt Donovan dann zumindest sein Dream Team Jones und Page, die nach den Aufnahmen Led Zeppelin gründen.

Endlich ist die Single im Kasten, nur leider viel zu lang. Mickie Most schmeißt kurzerhand George Harrisons Vers wieder raus, nun passt die radiofreundliche Länge von 3:15 Minuten. Aber Donovan vergisst niemals diese Nacht in Indien, auf seinen Konzerten ist George Harrisons Strophe stets dabei.

Autorin: Bettina Exner

Stand vom 27.11.2011

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