Im Regen von London
Nachdenklich sitzt Mark Knopfler in der Kneipe. Es ist ein regnerischer Abend in London. Dem jungen Lehrer ist lausig kalt. Er hockt an der Bar. Die wenigen Gäste sind schon ziemlich hinüber. In einer Ecke spielen ein paar Jungs Billard. Auf die Band, die dort auf der kleinen Bühne alte Swing- und Jazzklassiker spielt, achtet niemand hier.
Die große Pleite
Besonders gut sind sie auch nicht, denkt Mark, der selbst mit seinem kleinen Bruder Musik macht. Mark Knopfler weiß, wie schwer es ist, neben einem regulären Job Instrumente spielen zu lernen. Fast das ganze Gehalt steckt Mark in seine Band, aber für eine Tournee oder ein ordentliches Demoband reicht es trotzdem nicht, auch nicht für eine gute Gitarre. Mark träumt von einer roten Fender Stratocaster, spielt aber auf einer vom Flohmarkt. Aus diesem Grund nennt er seine Band „Dire Straits“, also „große Pleite“. Irgendwie tun ihm die Jungs auf der Bühne leid.
Die Band, die keiner kennt
Als einziger Gast applaudiert er der Band nach jedem Song. Nach dem fünften Bier ist Mark müde, und auch die Band macht so langsam Schluss. Denn sie müssen am nächsten Morgen alle wieder früh raus, um die Post auszutragen oder - wie Mark - einigermaßen ausgeschlafen hinter dem Lehrerpult zu stehen. „Vielen Dank und gute Nacht, wir sind die Sultans Of Swing“!
Die letzte Chance
Stolz verabschiedet sich die Amateurband von dem ignoranten Publikum. Mark muss lachen, so ein hochtrabender Name für eine kleine Hobbyband. Obwohl es noch nicht spät ist, erscheint Mark am nächsten Morgen vollkommen übernächtig in der Schule. Die ganze Nacht hat er einen Song über die lausige Band namens „The Sultans Of Swing“ geschrieben. Wenig später fasst sich Mark Knopfler ein Herz, schickt der BBC sein Demotape, für das er das letzte Geld zusammengekratzt hat.
Ohne sein Wissen spielen sie den Titel rauf und runter. Völlig überrascht bekommt Mark plötzlich viel Post. Alle großen Plattenfirmen wollen die „Pleitegeier“, die Dire Straits, unter Vertrag nehmen!
Autorin: Bettina Exner