Unter der Herrschaft des älteren Bruders
Obwohl Dave Davies die Kinks ganz alleine gegründet hat, hat er bei seiner Band nicht viel zu melden, seit sein älterer Bruder in die Band kam. Ray gebärdet sich wie ein Diktator. Die restlichen Musiker folgen wie die Lämmer. Nur außerhalb der Band ist er der King, besonders bei den Damen. In seinem Dandylook bricht er Herzen am Fließband.
Hang zum Perfektionissmus
Er spielt den Clown auf jeder Party. Gerade hat er seine große Liebe Lisbet geheiratet. Eigentlich müsste er nun glücklich sein. Ist er aber nicht, denn jeder Song, den er komponiert, landet ziemlich bald im Müll. Nichts außer den eigenen Liedern ist Ray Davies gut genug für die Kinks. Dave darf singen, gut aussehen und Gitarre spielen. Mehr nicht.
Keine Lust mehr auf die Clown-Rolle
Eines Nachmittags ist Dave besonders trüber Stimmung. In seinem Haus klimpert er melancholisch auf dem Klavier herum. Er hat seine Rolle als Pausenclown so satt, er kann doch viel mehr. Auch gute Songs schreiben, wenn sein Bruder das auch nicht wahrhaben will. Er schreibt ein Lied, wie er sich als Clown von der Welt verabschiedet. Das fünfte Album der Kinks steht an. Im Studio bringt Dave seinen autobiografischen Song mit seinem Bruder zu Ende.
Immer noch im Schatten des Bruders
Die Produzenten sind zufrieden, finden jedoch ausgerechnet Daves Komposition am hitverdächtigsten. Ray wütet, denn bisher ist er der alleinige Songschreiber für die Band und er hat nicht vor, seine Vormachtstellung mit dem kleinen Bruder zu teilen. Die Plattenfirma schlichtet, aber sie veröffentlichen neben „Waterloo Sunset“ auch „Death Of A Clown“ von Dave.
Der Erfolg ist selbst für die erfolgsverwöhnten Kinks überwältigend. Argwöhnisch beäugt Ray am 27. Juni 1967, wie sein kleiner Bruder in prächtigem Dandyauftritt die Bühne bei „Top Of The Pops“ betritt. Stolz sagt ihn Moderator Alan Freeman an: „Ladies and Gentlemen“: Ray Davies!
Autorin: Bettina Exner