Angst vor der Hauptrolle
Regisseur David Lynch kennt den jungen Songschreiber und Schauspieler Chris Issak schon eine ganze Weile. Als Lynch das Schauspieler-Personal für den Film „Blue Velvet“ castet, bietet er Chris die Hauptrolle an und ist völlig überrascht, dass der sich von der großen Rolle überfordert fühlt, außerdem will er lieber Musik machen. Ein paar Jahre später klopft Lynch erneut an, diesmal ist es eine Nebenrolle in „Wild At Heart“. Diesmal sagt Chris Issak zu. Außerdem leiht sich David einen Song bei Chris für sein Road Movie, eine instrumentale Version des Titels Wicked Game.
Mit einem dänischem Top-Modell auf Hawaii
Seit 1989 schlummert das Lied unauffällig auf Issaks drittem Album „Heart Shaped World“, bis der Radio DJ Lee Chesnut den Film im Kino sieht. Begeistert beginnt er, den Song vom Album zu spielen, und die Hörer der Radiostation in Atlanta kriegen nicht genug von dem Schmachtfetzen. Andere Radios folgen dem Beispiel und machen „Wicked Game“ 1991 zu einem Top 10 Hit.
Nun muss schnell ein Video her, hektisch schneidet man einige Szenen aus dem Film „Wild At Heart“ aneinander, gespickt mit einem Live Auftritt von Chris Issak. Befriedigend ist diese Lösung aber nicht. Deshalb wird der Star-Fotograf Herb Ritts beauftragt. Der schnappt sich Chris und das dänische Top Modell Helena Christensen und reist nach Hawaii.
Gestrandet in Colorado
Und dort wälzen sich Chris und Helena fast unbekleidet im dunklen Sand und flüstern sich unartige Dinge ins Ohr, während die sanften Wellen und die ziehenden Wolken die romantische Kulisse bilden. Das in schwarz/weiß gedrehte Video räumt 1991 sämtliche Preise ab, die die Musik Branche zu bieten hat und geht als das erotischste Video aller Zeiten in die Pop-Geschichte ein.
Übrigens: Chris Isaak begegnete Kinobesuchern noch öfter, so zum Beispiel in „Das Schweigen der Lämmer“, Little Buddha oder in David Lynch’s „Twin Peaks“.
Autorin: Bettina Exner