Streit um den Weihnachtssong
Gleich zwei amerikanische Städte beanspruchen für sich die Entstehung des Weihnachtsliedes „Jingle Bells“, das eigentlich gar keins war. Irgendwann zwischen 1850 und 1857 beschreibt James Lord Piermont ein Pferdeschlittenrennen von Jugendlichen in winterlichen Medford. Er nennt es „One-Horse Open Sleigh“, was so viel heißt wie offener, einspänniger Pferdeschlitten.
Aber wo hat er diese übermütige, winterliche Szene geschrieben, in Medford/ Massachusetts, wo er häufig zu Besuch ist oder in Savannah/Georgia, wo er als Organist und Chorleiter in der Kirche arbeitet und die Bürgermeistertochter heiratet. In beiden Städten gibt es historische Aufzeichnungen über das Lied, einig sind sie sich, dass die Uraufführung jeweils zu Thanksgiving stattfand und aufgrund der begeisterten Zustimmung der Bürger erneut zur Weihnachtsmesse aufgeführt wurde.
Vor der Neuaufführung ist Piermond ziemlich unzufrieden mit dem sperrigen Titel “One-Horse Open Sleigh“ , er will nicht recht passen zu dem lebensfrohen Song, das Klingen der Glöckchen an den Pferden ist da schon besser geeignet, fortan haben wir es in der Weihnachtszeit mit den „Jingle Bells“ zu tun. Die geografische Herkunft ist damit aber noch nicht geklärt.
Vollendete Tatsachen
1985 erklärt Savannas Bürgermeister John Rousakis das weltberühmte Lied kurzerhand zu einem Savanna-Song und lässt eine Gedenktafel gegenüber der Kirche aufstellen, in der seiner Meinung nach das Lied geschrieben und uraufgeführt wurde. Es entbrennt daraufhin ein wütender Briefwechsel zwischen den beiden Stadtvorstehern. Vielleicht haben sie ja beide recht…
Autorin: Bettina Exner