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Mi, 23.05.2012 | 15:35 Uhr | Jetzt läuft: Elton John - Sad Songs

Popgeschichten

Beatles, Foto: dpa-bildfunk

Foto: dpa-bildfunk

Beatles – Love Me Do

Wie die Beatles den Rolling Stones den Weg für einen Plattenvertrag ebnen.

Badespaß am Trafalger Square
Plattengeschäftinhaber Brian Epstein kümmert sich unermüdlich um seine Schützlinge Anfang der 60er. Bisher haben alle Plattenfirmen abgesagt, Columbia, Pye, Philips. Neujahr 1962 hat er einen Termin zum Vorspielen bei Decca bekommen. Sie starten von Liverpool noch am Silvesterabend. Pauls Schulfreund Neil Aspinall verfährt sich und deshalb kommen sie erst gegen 22.00 Uhr in London am Trafalgar Square an, wo gerade die Betrunkenen wie jedes Jahr in den Brunnen springen.

Schlechte Ausrede
Fünfzehn Songs, 12 Rock’n’Roll-Klassiker und drei Eigenkopmositionen von Lennon-McCartney, spielen sie am nächsten Tag vor dem Decca-Produzenten Tony Meehan, der früher mal Schlagzeuger bei den Shadows war. Zunächst scheinen Meehan und ein weiterer Decca-Entscheider namens Mike Smith recht angetan und sehen fürPlattenaufnahmen keine Probleme.

Aber ein paar Wochen später gibt es die überraschende Absage: „Gitarrenbands sind ein Auslaufmodell. Diese Band wird keine Zukunft in der Showbranche haben.“ Dass Gitarrenbands „out“ sind, ist eine infame Lüge, denn parallel bekommen die Tremeloes, die am selben Neujahrstag nach den Beatles ihre Audition haben, von Decca einen Vertrag.

George Martin hatte den richtigen Riecher
Wichtig für die Karriere der Beatles sollte das Vorspielen bei Decca dann doch noch sein. Der Produzent für das Comedy-Label Parlaphone beim Konzern EMI, der skurrile Singles mit Schauspielern wie Peter Sellers und Sophia Loren in die britischen Charts hievt, bekommt die Decca-Demobänder zu hören. Er heißt George Martin, beschließt, die Band kennenzulernen und nimmt sie unter Vertrag. Der Rest ist Geschichte.

Es wird auch heute noch spekuliert darüber, wer für diese Fehlentscheidung bei Decca verantwortlich gewesen ist. Die Produzenten Tony Meehan oder Mike Smith oder A&R-Mann Dick Rowe. Tatsache ist, dass dieser Dick Rowe, offensichtlich um nicht wieder eine neue Fehlentscheidung zu treffen, später die Rolling Stones bei Decca unter Vertrag nimmt, nachdem die Beatles in Richtung Weltkarriere erste Erfolge verbuchen
können.

Autorin: Bettina Exner

Stand vom 1.1.2012

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