Der Erfinder des Mikrofonschutzes
1974 will Alan Parsons nicht mehr im Schatten stehen. Obwohl der Engländer erst 26 Jahre alt ist, hat er hinter den Kulissen schon fleißig an der Musikgeschichte mitgeschrieben. Als Praktikant in den berühmten Abbey Road Studios darf er bereits beim Album „Let It Be“ assistieren. Findig spannt er Damenstrümpfe über die Mikros beim letzten Konzert der Beatles auf dem Dach ihrer Plattenfirma, um die Aufnahme vor dem Wind zu schützen. Später wird dieser Mikrofonschutz Standard in den Aufnahmestudios.
Von den Beatles angagiert
Die Beatles finden soviel Engagement super und verlangen für ihr „Abbey Road Album“ ausdrücklich nach dem jungen Tonmann. Besonders mit Paul McCartney versteht sich Alan so gut, dass ihn dieser für die ersten drei Wings-Alben ebenfalls als Toningenieur engagiert. Auch andere Musiker stehen plötzlich Schlange bei Alan Parsons. Er steht bei den Hollies hinter den Reglern, produziert das Pink-Floyd-Album „The Dark Side Of The Moon“.
Zusamenarbeit mit den Stars der Musikszene
Auch John Miles verdankt Alan Parsons viel, er hat seinem Song „Music“ die orchestrale Dramatik gegeben, die aus der Ode an die Musik einen Meisterwerk macht. Als er 1974 Eric Woolfson, den Manager eines gewissen Carl Douglas, trifft, verstehen sich die beiden auf Anhieb. Beide lieben sie die schaurigen Kurzgeschichten von Edgar Allen Poe und sie beschließen an jenem Nachmittag in den Abbey Road Studios, künftig zusammen zu arbeiten.
Big Brother is watching you
Alan liest gerade “1984” von George Orwell und Eric treibt sich in Spielcasinos herum, aber nicht, um zu zocken, sondern wegen der unheimlichen Anziehungskraft, die die versteckten Überwachungskameras auf ihn ausüben. Beim nächsten Treffen schreiben die Freunde ein Lied über ihre Ängste, dass die Menschheit eines Tages vollständig kontrolliert und überwacht wird, wie bei Orwell, vom „Auge im Himmel“, dem „ Eye In The Sky“.
Autorin: Bettina Exner