Sehnsucht nach vergangener Zeit
Lana del Rey – der Name klingt nach dem Glamour längst vergangener Hollywoodtage, nach falschen Wimpern, toupierten Frisuren, nach Schmollmund und Schmerz. Das Album „Born To Die“ der erst 25jährigen erfüllt diese Erwartung.
Liebeskummer
Lana del Rey setzt voll auf „Retro“. "Born to die" besticht mit zwölf Liedern, die ausnahmslos aus der Perspektive einer Frau gesungen sind, die einen Mann liebt, von dem sie weiß, dass er ihr wehtun wird. Zwar fleht Lana im Titelsong „mach mich nicht traurig, bring mich nicht zum Weinen", aber man weiß: Dieses Flehen ist vergebens!
Pop-Soul-Sadness
Entsprechend melancholisch kommen die Songs daher, manchmal morbid, aber immer feierlich und opulent. Was an den Arrangements liegt (es dominieren Streicher und Chöre) aber auch an Lana del Reys Stimme, die stets und in allen Stimmlagen überzeugt – und mal an Nancy Sinatra, mal an Amy Winehouse erinnert.
"Born To Die" ist eine Mischung aus Sixties-Soul und modernem Pop. Nichts weltbewegendes, aber eine Collection schöner Lieder über die Liebe, bei denen man die Augen schließen und sich 50 Minuten lang betören lassen kann.
Heiner Knapp
Titelliste:
1. Born To Die
2. Off To The Races
3. Blue Jeans
4. Video Games
5. Diet Mountain Dew
6. National Anthem
7. Dark Paradise
8. Radio
9. Carmen
10. Million Dollar Man
11. Summertime Sadness
12. This Is What Makes Us Girls