Sade - Soldier Of Love
Eine der schönsten Stimmen der 80er Jahre ist wieder zurück. Sade: unnahbar, geheimnisvoll und verträumt, genauso wie ihre Musik.
Damit hatte kaum noch jemand gerechnet. Ihre letzte CD, die Reggae-inspirierte “Lovers Rock“ erschien vor immerhin zehn Jahren. Die heute 51jährige Sängerin lebte immer schon sehr zurückgezogen, es gab keinen Klatsch und keine Skandale. Aber das Geheimnisvolle gehörte auch immer zu ihrem Image: Sie ist schön, unnahbar, schweigsam und erfolgreich.
Finanzielle Probleme dürfte sie nicht haben: Seit 1984 hat sie 50 Mio Platten verkauft, ihr Vermögen wird auf 30 Mio Pfund geschätzt. Vielleicht war ihr das Leben in dem kleinen englischen Dorf, wo sie mit ihrem Lebenspartner und der 13-jährige Tochter lebt, doch zu langweilig. Sade war ja auch immer der Name ihrer Band.
Und die ist die alte geblieben auf der neuen CD “Soldier of Love“: das bewährte Trio aus einem Gitarristen, der auch Saxophon spielt, einem Bassisten und einem Keyboarder. Am Sound der zehn neuen Songs hat sich auch nicht viel geändert, etwas moderner in Richtung R ’n B, aber immer noch schön abgehangen, verträumt, melodiös und dezent groovend im Zeitlupentempo.
Es ist sehr gut produzierte, zeitlos schöne Musik, ein wirklicher Hit ist nicht dabei, muß aber auch nicht. Man kann dem Album aufmerksam zuhören oder es nebenbei im Hintergrund laufen lassen. Ein bisschen aus dem Rahmen fällt das Titelstück, die Single “Soldier of Love“: die klingt etwas kräftiger und härter mit eigenwilligem Schlagzeug und leicht rockiger Gitarre, aber die Fans werden auch das lieben.
Und nochmehr werden sich alle Berliner Sade-Fans darüber freuen, dass die geheimnisvolle Sängerin nach Berlin kommt. Am 4. März tritt sie bei der Echo-Gala auf dem Messegelände unterm Funkturm auf.
Andreas Vick
Titelliste
1. The Moon and The Sky
2. Soldier of Love
3. Morning Bird
4. Babyfather
5. Long Hard Road
6. Be That Easy
7. Bring Me Home
8. In Another Time
9. Skin
10. The Safest Place